Hello, I’m Macintosh – Wie der Apple Macintosh die Welt veränderte

Apple kauft NeXT – und bringt Steve Jobs zurück

Im Februar 1997 übernahm Apple für 429 Millionen Dollar NeXT Inc. hauptsächlich wegen NeXTstep inklusive aller Entwickler – und holte Jobs als Berater in das Unternehmen zurück. Sieben Monate später, am 16. September 1997, saß Steve Jobs endlich wieder im Chefsessel des von ihm einst mitbegründeten Unternehmens, nachdem Amelio vom Apple-Board gefeuert worden war.

1998: Das PowerBook G3 mit dem Codenamen “Kanga” war der erste Apple-Computer, der häufiger in Kinofilmen auftauchte. (Foto: Apple)

Bevor Steve Jobs sich an die Erneuerung des Apple Macintosh machen konnte, musste er eine strategische Bedrohung beseitigen. Wegen der sinkenden Marktanteile des Macs kehrten immer mehr Softwarehäuser dem Macintosh-Betriebssystem den Rücken. Um ein Signal zu setzen, vereinbarte er ausgerechnet mit Microsoft einen Waffenstillstand. Apple hatte bereits 1988 unter dem damalige Apple-CEO John Sculley eine Klage gegen Microsoft angestrengt und dem Softwarekonzern einen Verstoß gegen das Urheberrecht vorgeworfen. Vor den Gerichten konnte sich der Mac-Hersteller nicht durchsetzen. “Apple kann keinen patentähnlichen Schutz für die Idee einer grafischen Benutzeroberfläche oder die Idee einer Desktop-Metapher [nach dem Urheberrecht] erhalten”, urteilte 1994 der US Court of Appeals for the Ninth Circuit. Und auch beim Obersten Gerichtshof der USA erhielt Apple eine Abfuhr.

Jobs wollte diese Streitereien mit Microsoft beenden, um das Überleben der Firma und des Macs zu sichern. Viele eingeschworene Apple-Fans denken noch heute mit Schrecken an den Augenblick zurück, als Jobs den einstigen Erz-Rivalen auf der MacWorld Expo 1997 in Boston ganz pragmatisch als Retter in der Not ankündigte und Microsoft-Mitbegründer Bill Gates auf einer übergroßen Videowand wie “Big Brother” erschien.

Microsoft investierte 150 Millionen Dollar in 150 000 Apple-Aktien und zahlte bestimmten Gerüchten zufolge weitere 100 Millionen Dollar für Urheberrechtsverletzungen der vergangenen Jahre, obwohl die Gerichte die Vorwürfe nie anerkannt hatten. Gleichzeitig verpflichtete sich Gates, den Internet Explorer und Microsoft Office für den Mac für die kommenden fünf Jahre weiterzuentwickeln.

Man darf es als Glücksfall werten, dass Jobs in dieser Zeit auch auf den völlig frustrierten britischen Apple-Designchef Jony Ive aufmerksam wurde.

Jony Ive

Der erste iMac – und Apples Rettung

Der erste große gemeinsame Wurf von Jobs und Ive war der iMac, dessen öffentliche Präsentation am 6. Mai 1998 so sorgfältig geplant wurde wie die Vorstellung des ersten Apple Macintosh 14 Jahre zuvor. Jony Ive hatte mit dem halbdurchscheinenden Gehäuse aus Polycarbonat ein weithin sichtbares Zeichen gesetzt.

1998: Mit dem iMac läutete Steve Jobs nach seiner Rückkehr den Kurswechsel ein. Apple stand damals am Rand der Pleite. (Foto: Apple)

Und auch technisch setzte Apple neue Akzente.

Die Maus des ersten iMacs erwies sich in der Praxis als weniger geeignet. (Foto: Apple)

So suchte man im iMac ein Diskettenlaufwerk ebenso vergeblich wie die damals üblichen seriellen Anschlüsse für Drucker oder Modems. Stattdessen hatte sich Apple für die noch sehr wenig verbreitete USB-Schnittstelle entschieden und dem iMac ein CD-ROM-Laufwerk spendiert. Weiterhin gab es Ethernet sowie eine Modem-Buchse, die lediglich mit der Telefonkabel verbunden werden musste.

Der erste iMac kam im August 1998 zum Preis von 1299 Dollar auf den Markt und erwies sich trotz des technisch betagten System 8.1 als Verkaufsknüller. Allein in den ersten sechs Wochen wurden 278 000 Geräte verkauft. Ende 1998 waren es 800 000 – so schnell hatte sich noch nie ein Macintosh verkauft. Und Apple konnte mit dem iMac nicht nur alte Fans begeistern. Jeder dritte Käufer war ein Einsteiger, der noch nie zuvor einen PC besessen hatte. 12 Prozent der Kunden stiegen aus dem Windows-Lager um.

Stolz war Steve Jobs auch auf die kreisrunde Maus, obwohl sie sich ergonomisch eher eine Katastrophe war. An der Form konnte man nicht ertasten, vor vorne und hinten, rechts oder links ist. Nur das Kabel und der Maustaster bot bei der “Hockey-Puck-Maus” Orientierung. An den iMac konnten über die USB-Buchse aber auch alternative Mäuse angeschlossen werden,

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