Hello, I’m Macintosh – Wie der Apple Macintosh die Welt veränderte

Macintosh Portable – Apples Einstieg in den Laptop-Markt

Aus heutiger Perspektive glaubt man kaum, wie schwer sich die Kalifornier damals beim Einstieg in den Laptop-Markt getan haben. 1989 stellten sie den Macintosh Portable vor, der mit einem Gewicht von 7,2 Kilogramm aber kaum tragbar war. Immerhin gewährleisteten die Bleiakkus damals schon eine auch für heutige Verhältnisse beachtliche Laufzeit von bis zu 10 Stunden. Bei einem Preis von 6500 Dollar entschieden sich aber nur wenige Kunden für diesen Schlepptop.

Als erstes brauchbares Notebook von Apple gilt das PowerBook 100, das im Oktober 1991 vorgestellt wurde. Bei der Konstruktion aus dunkelgrauem Kunststoffgehäuse half Sony seinem Kunden Apple aus der Patsche. Die Ingenieure in Tokio nahmen sich den pummeligen Macintosh Portable vor und zeigten Apple, wo ein Abspecken möglich und sinnvoll ist. Zusammen mit seinen größeren Brüdern PowerBook 140 und 170 traf das PowerBook 100 auf große Akzeptanz, auch wenn die Apple-Notebooks deutlich teurer waren als die DOS-Konkurrenz von Toshiba oder Compaq. Die PowerBooks erzielten damals einen Marktanteil von bis zu 40 Prozent und halfen Apple-Chef John Sculley durch schwierige Zeiten.

Mit Beginn der 90er Jahre geriet Apple mit seinen Macs in immer größere Schwierigkeiten. Spätestens seit Version 3.0 machte Microsofts Windows der grafischen Oberfläche von Mac OS immer stärker Konkurrenz. Apple versuchte, mit Geräten für den Massenmarkt wie der “Pizzaschachtel” LC und später mit der Performa- und Quadra-Familie gegenzuhalten und konnte immerhin zeitweise seinen Absatz erhöhen.

Power Macs mit PowerPC

1994 waren die Motorola-Prozessoren der 680×0-Plattform an ihrem Zenith angekommen. Apple hatte schon zuvor begonnen, gemeinsam mit IBM und Motorola eigene Chips unter dem Namen PowerPC zu entwickeln. Die Transformation auf neuartige RISC-Architektur muss rückblickend als technische Meisterleistung gewertet werden: Die Kunden erhielten deutlich höhere Geschwindigkeit, ohne sich an ein neues System gewöhnen oder ihre Software komplett austauschen zu müssen. Innerhalb von neun Monaten konnte Apple über eine Million Power Macs verkaufen.

Eine Variante des Power Macintosh schrieb Design-Geschichte: Zum 20. Gründungstag, am 1. April 1996, kündigte Apple den Twentieth Anniversary Macintosh an, der tatsächlich aber erst kurz vor dem 21-jährigen Firmenjubiläum auf den Markt kam – für stolze 7499 Dollar. Die technischen Spezifikationen entsprachen in etwa dem Power Macintosh 6500, der allerdings “nur” 2999 Dollar kostete.

1997: Mit dem 20th Anniversary Mac sollte der 20. Gründungstag von Apple am 1. April 1996 gefeiert werden. Er kam aber erst ein Jahr später auf den Markt. (Foto: Apple)

Für ihr Geld erhielten die Kunden ein auffällig gestaltetes Sondermodell mit 12-Zoll-Aktivmatrix-Flüssigkristallbildschirm, ein von Bose entworfenes Soundsystem mit einem externen Subwoofer sowie einen eingebauten TV-Tuner.

Der “TAM” wurde den Käufern von einem Concierge-Dienst nach Hause gebracht und in Betrieb genommen. Doch die Idee floppte. Kurz vor der Einstellung des Produkts im Frühjahr 1998 ging es dann auch weniger vornehm zu. Die Restbestände wurden für knapp 2000 Dollar verramscht und mussten von den Käufern selbst abgeholt werden.

Der Erfolg der Power Macs lenkte von einem grundlegenden Problem ab. Die Kombination der “Wintel”-PCs war enorm erfolgreich und in der Regel deutlich preiswerter als Apples Computer. Außerdem blieben beim Mac die Innovationen aus.

(Classic) Mac OS veraltet

1997: Der Power Mac G3 war schon sehr schnell. (Foto: Apple)

Das Betriebssystem unterstützte damals kein präemptives Multitasking.

Es gab keinen Mehrbenutzerbetrieb, Speicherbereiche konnten weder geschützt noch dynamisch verwaltet werden. Deshalb war das traditionelle Mac OS konzeptionell sehr anfällig für Instabilitäten. In der Konzernzentrale in Cupertino wurden diese Schwierigkeiten zwar zur Kenntnis genommen. Doch der Versuch, System 7 durch ein von Grund auf neugeschriebenes Betriebssystem mit dem Codenamen “Copland” zu ersetzen, scheiterte grandios.

John Sculley hatte zu diesem Zeitpunkt das Unternehmen längst verlassen, und auch sein Nachfolger, Michael Spindler (“The Diesel”), ein Deutscher, konnte das Ruder nicht herumreißen. Im Februar 1996 musste Spindler den Chef-Posten für Gil Amelio räumen, dem der Ruf eines klassischen Sanierungs-Managers vorauseilte.

Amelio erwog, BeOS des ehemaligen Apple-Spitzenmanagers Jean-Louis Gassée als neues Mac-System einzukaufen. Doch letztlich setzte sich Steve Jobs durch. Der war nach seinem Rauswurf nicht nur mit dem Trickfilmstudio Pixar zu einem Hollywood-Tycoon aufgestiegen, sondern mit seinem Unternehmen NeXT angetreten, die Computer der nächsten Generation zu bauen. Sie liefen mit dem modernen NeXTstep-Betriebssystem, das auf Unix beruhte.

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