Die Apple-Geschichte in Bildern – Die Anfänge 1976-1984

1975: Blue Box
Die Freunde Steve Jobs und Steve Wozniak tummelten sich damals auch in der Hacker-Szene. "Woz" entwickelte eine digitale Blue Box, mit der man Telefone manipulieren konnte, um kostenlose Ferngespräche zu führen. Steve Jobs sagte später in einem Video der Santa Clara Valley Historical Association: "Wenn wir nicht zusammen Blue Boxes gebaut hätten, dann hätte es nie Apple gegeben."
Foto: Margaret Wozniak

1976: Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak
Steve Jobs und Steve Wozniak gründeten am 1. April 1976 Apple, um den (in weiten Teilen von Wozniak entwickelten) Baukasten für den Apple I bauen und vermarkten zu können. Für das Startkapital von 1.750 US-Dollar verkaufte Steve Jobs seinen VW-Bus, Wozniak trennte sich schweren Herzens von seinem programmierbaren Hewlett-Packard-Taschenrechner.
Foto: Apple Computer (Handout)
1976: Der dritte Apple-Gründer Ronald Wayne
Ronald Wayne sollte mit seiner Erfahrung in der Dokumentation bei Atari etwas Ordnung in die junge Firma bringen und erhielt zehn Prozent der Firmenanteile. Als junger Familienvater scheute er aber das finanzielle Risiko und ließ sich am 12. April 1976 schon wieder auszahlen. Er bekam 800 Dollar für seine Anteile. Später erhielt Wayne noch einmal einen Scheck in Höhe von 1500 Dollar, als Arthur Rock und Mike Markkula bei Apple als Investoren einstiegen. Im Januar 1977 wurde die Apple Corp. gegründet.
1976: Das erste Apple-Logo
Ron Wayne, der dritte Apple-Gründer, entwarf das erste Apple-Logo, das Sir Isaac Newton unter einem Apfelbaum darstellt. Die Zeichnung im Stile eines barocken Kupferstichs spielte auf die Entdeckung der Schwerkraft mithilfe eines Apfels an. Man stellte jedoch schnell fest, dass sich dieses Logo nur schlecht reproduzieren ließ, da es viel zu kleinteilig war, und so wurde es wieder verworfen. Das Wayne-Logo wurde noch im Jahr 1976 durch das berühmte Regenfarben-Logo von Rob Janoff ersetzt.
1976: Apple Garage in Los Altos
Der Vater von Steve Jobs räume die Garage für die beiden Steves, damit sie dort ihre Rechner bauen konnten.
Foto: Apple Computer (Handout)
1976: In der Apple-Garage
Steve Wozniak entwarf in der Garage in Los Altos den ersten Rechner von Apple, den Apple I.
Foto: Apple Computer (Handout)
1976: Apple Garage in Los Altos
Der heutige Eigentümer der Apple Garage hat nichts mit Apple zu tun. Dennoch sind das Haus und die Garage ein Ziel von Silicon-Valley-Touristen.
2066 Crist Drive
Los Altos, Calif.
Foto: Christoph Dernbach
1976: Mainboard des Apple I
Die Hauptplatine des Apple I, die von Steve Wozniak entwickelt wurde, gilt als ein Meilenstein in der Entwicklung des Personal Computers.
Foto: Apple Computer (Handout)
1976: Apple I
Der Apple I wurde als Bausatz angeboten. Die fertig bestückte Platine musste vom Händler oder Besitzer zusammengesetzt werden. Als Zubehör wurden das Netzteil, eine Tastatur, einen Bildschirm und ein Gehäuse angeboten.
1976: Apple I im Smithsonian Museum
Der Apple I im Smithsonian Museum. Foto: Ed Uthman (Creative Commons-Lizenz via Wikipedia)
1976: Das Regenbogen-Logo von Apple
Es stellte sich rasch heraus, dass das erste gezeichnete Apple-Logo mit der Newton-Szene unbrauchbar war. Steve Jobs beauftragte die Agentur Regis McKenna. Dort gestaltete der Designer Rob Janoff das berühmte Regenbogen-Logo von Apple. In diesem Interview beschreibt Janoff, wie er das Logo entworfen hat und was später aus ihm wurde.
1977: Apple II
Der Apple II wurde von Steve Wozniak (rechts) entwickelt und von Steve Jobs ab April 1977 vermarktet. Das Design von Wozniak revolutionierte die damals noch junge Computer-Industrie. Jobs erwies sich als genialer Vermarkter. Im Januar 1977 ziehen die beiden Steves aus der Garage aus in ein Bürogebäude am Stevens Creek Boulevard in Cupertino.
1977: Apple II
Der Apple II hatte bei seiner Markteinführung acht freie Steckplätze des 8-Bit Apple-Bus-Systems, mit denen er individuell erweitert werden konnte. Der Rechner war als ein offenes System konzipiert worden. Alle wesentlichen Konstruktionsdetails wurden für Kunden und Partner veröffentlicht. Dieses Bauprinzip wurde später von IBM kopiert und als IBM-PC vermarktet.
1977: Mike Markkula investiert in Apple
Um die Entwicklung und Produktion des Apple II finanzieren zu können, suchte Steve Jobs einen Investor. Mit Hilfe von Regis McKenna und Don Valentine stieß er auf Mike Markkula, derfür 250.000 Dollar Darlehen bürgte und letztlich 142.000 Dollar von seinem eigenen Geld in das Unternehmen investierte. Er bekam dafür ein Drittel der Apple-Anteile.
Foto: Tom Munnecke / Hulton Archive
1977: Steve Wozniak und Steve Jobs mit Apple-II-Mainboard
Die Apple-II-Reihe wurde von 1977 bis 1993, also etwa 16 Jahre, gebaut. In dieser Zeit wurden über zwei Millionen Original Apple-II-Computer hergestellt.
1980: Börsengang Apple Computer
Apple Computer ging am 12. Dezember 1980 an die Börse. Die Gründer Steve Jobs (links) und Steve Wozniak, hier im April 1977 auf der West Coast Comuter Faire in San Francisco, wurden damit zu Multimillionären. Apple Computer wurde nun mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Jobs besaß 7,5 Millionen Aktien (217 Mio. Dollar), “Woz” wurden vier Millionen Aktien (116 Mio. Dollar) zugeteilt. Der Anteil von "Angel Investor" Mike Markkula, sieben Millionen Aktien, war 203 Millionen Dollar schwer.
Foto: Tom Munnecke / Hulton Archive
Visitenkarte Steve Jobs (1979)
Im Januar 1978 zog Apple in ein neues Hauptquartier (10260 Bandley Drive) in Cupertino um. Der Apple-Mitbegründer trug damals den Titel "VP New Product Development)
1979: Besuch beim Xerox PARC (Palo Alto Research Center)
Noch vor dem Börsengang verschaffte sich Steve Jobs Zugang zum legendären Forschungszentrum Xerox PARC. Xerox durfte vor dem IPO Apple-Anteile kaufen, dafür konnten sich die Apple-Entwickler die Innovationen am PARC anschauen.
Adele Goldberg, Forscherin am Xerox PARC
Adele Goldberg, damals Forscherin im PARC, ahnte schon, dass der Besuch Folgen haben wird: "Ich hatte einen großen Streit mit diesen Xerox Managern, denen ich erzählte, dass sie gerade ihr Tafelsilber weggäben. Ich sagte, ich würde es nur tun, wenn sie es anordnen würden. Denn dann würden sie selbst verantwortlich sein. Und genau das taten sie dann auch.”
Demo einer grafischen Benutzeroberfläche
Steve Jobs nach dem Besuch im PARC: “Ich war total geblendet von (...) der grafischen Benutzeroberfläche. Ich dachte, das ist das beste Ding, was ich je in meinem Leben gesehen habe. Es hatte noch viele Schwächen. Was wir sahen war unvollständig. (...) Und innerhalb von zehn Minuten war mir klar, dass eines Tages alle Computer so arbeiten würden.”
1980: Apple III
Im April 1980 sollte der Apple III an den Riesenerfolg des Apple II anknüpfen. Doch die neue Baureihe wurde aus mehreren Gründen zum teuren Flop. Dazu gehörten der hohe Preis und die in der Praxis unvollständige Kompatibilität zum beliebten Apple II. Der Apple-III-Misserfolg eröffnete IBM die Chance, den IBM PC erfolgreich am Markt zu platzieren.
1983: Apple Lisa
Der Apple Lisa war der erste Computer von Apple mit einer grafischen Benutzeroberfläche. In die Apple-GUI flossen Erkenntnisse ein, die Steve Jobs und sein Team im Xerox PARC gewonnen hatten.
1983: Das Entwickler-Team des Apple Lisa
Von links nach rechts: Paul Baker, Bruce Daniels, Chris Franklin, Rich Page, John Couch und Larry Tesler.
Foto: Roger Ressmeyer/CORBIS
Steve Jobs wurde bereits 1982 aus der Entwicklung des Apple Lisa gedrängt, obwohl er das Projekt ursprünglich angestoßen hatte.
1983: Absatzflop Apple Lisa
Der Apple Lisa verkaufte sich äußerst schleppend. Mit einem Preis von knapp 10.000 Dollar konnte der Rechner trotz der erstmals umgesetzten Innovationen (Maus, GUI) nicht mit dem IBM PC mithalten, der viel preisgünstiger war. Größter Lisa-Abnehmer war die NASA.
1982: Steve Jobs übernimmt das Macintosh-Projekt
Nachdem Steve Jobs die Kontrolle über den Apple Lisa verloren hatte, schnappte er sich das Macintosh-Projekt von Jef Raskin. Um sich herum versammelte Jobs eine kleine, verschworene Mannschaft. Auf dem Dach des Apple-Gebäudes “Bandley III” wehte eine Piratenflagge mit dem Apple-Symbol als Augenklappe – und an Deck des virtuellen Piratenschiffs stand mit Steve Jobs ein Mann, der es allen bei Apple beweisen wollte.
1983: John Sculley wird Apple-CEO
Um Apple Computer aus der Nerd-Ecke auf den großen Computermarkt zu bewegen, überzeugt Steve Jobs den Pepsi-Chef John Sculley, im April 1983 die Position des Chief Executive Officer der Apple Computer, Inc. zu übernehmen. Ein Jahr später wird Jobs diese Entscheidung tief bereuen.
1983: Steve Jobs kündigt den Apple Macintosh an
Auf einer Aktionärsversammlung im Dezember 1983 polemisiert Steve Jobs gegen "Big Brother IBM" und kündigt den Apple Macintosh an. Nach dem dem Erfolg des Apple II und den beiden Flops mit dem Apple III und Lisa braucht das Unternehmen wieder dringend einen Bestseller.
1984: Marktstart Apple Macintosh
In der legendären TV-Werbung zum Super Bowl XVIII am 22. Januar 1984 kündet den Verkaufsstart des Apple Macintosh an.
1984: Apple Macintosh
Der erste Apple Macintosh markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Personal Computer. Noch nie war ein Computer so einfach zu bedienen. Und mit 2.495 Dollar war der erste Mac zwar kein Schnäppchen, aber deutlich preiswerter als der Apple Lisa.
1984: Apple Macintosh und Lisa
Zeitgleich zum Apple Macintosh kam eine zweite Version des Apple Lisa auf den Markt. Der Absatz des Lisa bleibt für das Unternehmen aber enttäuschend.
1984: Apple Macintosh Bicyle Logo
Steve Jobs vergleich den Mac mit einem Fahrrad, mit dem der Mensch sich deutlich schneller bewegen könne als zu Fuß.
Bill Atkinson
Bill Atkinson war in der Macintosh-Entwicklungsmannschaft von Apple maßgeblich für die grafische Darstellung verantwortlich. Er entwickelte 1987 das Autorensystem HyperCard, eines der ersten und populärsten Hypertext-Systeme zur Erstellung von Multimediaanwendungen.
1984: Spannungen zwischen Jobs und Sculley
Zum Marktstart des Apple Macintosh posierten Apple-Mitbegründer Steve Jobs und Apple-CEO John Sculley noch einträchtig als "Dynamic Duo" vor der Kamera. Doch im Laufe des Jahres 1984 wurden die beiden zu Gegenspielern, weil der Mac sich nicht so gut verkaufte wie erhofft.
1984: Steve Jobs und Steve Wozniak präsentieren den Apple IIc
Der Apple IIc war der letzte Computer, den Steve Wozniak und Steve Jobs gemeinsam vorstellten. Jobs wurde Ende 1984 aus dem Unternehmen gedrängt, Wozniak beendete im Februar 1987 seine Arbeit für Apple.
1984: Apple IIc
Der Apple IIc, der parallel zum Apple Macintosh im Januar 1984 vorgestellt wurde, war das vierte Modell der Apple-II-Serie. Technisch entsprach er dem Apple IIe, neu war die kompakte Bauform ("c" stand für "compact") und das von dem deutschen Designer Hartmut Esslinger (Frog) entwickelte "Snow White Design". Foto: Bilby (Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)
Steve Jobs zeigt IBM den Finger
Der übermächtige Computer-Konzern IBM war in den Augen von Steve Jobs damals der Hauptgegner von Apple.
1984: Apple Macintosh nur auf wenigen Schreibtischen
Nach einem grandiosen Start für den Apple Macintosh in den ersten Monaten des Jahres 1984 sackte die Nachfrage schnell ab. Apple hatte ein großes Problem: viele Macs im Lager - aber nur wenig Umsatz. Für viele Interessenten war der Mac zu teuer. Außerdem gab es damals nur wenige Programme, die auf dem Mac liefen.
Mai 1985: Steve Jobs verliert den Machtkampf gegen John Sculley
In der zweiten jahreshälfte 1984 stritten sich Jobs und Sculley immer häufiger über die Business- und Produkt-Strategie. Apple machte Verluste und musste ein Fünftel seiner Belegschaft entlassen. In einem Showdown im Mai 1985 konnte sich der ehemalige Pepsi-Manager durchsetzen. Steve Jobs verlies daraufhin enttäuscht Apple und verkaufte alle Aktien des Unternehmens - bis auf eine. Mit dem Geld investierte Jobs in Pixar und gründete NeXT.
Foto: Ed Kashi/CORBIS







































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Hallo Herr Dernbach,
ich bin durch Ihre toll recherchierte und schlagfertig geschriebene Kolumne “Abstiegsszenario” auf Mac & i auf dieses persönliche Blog von Ihnen gestoßen. Und hier nun fand ich wiederum diese gute und kompakte Zusammenfassung bzgl. der Anfangsgeschichte von Apple.
Danke für Ihre Bemühungen.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Rübekohl
hallo herr dernbach,
auch ich bin über ihre kolummen “abstiegsszenario” auf diese seite gestossen. da ich mich selbst sehr für die geschichte der computer – und dort speziell der von apple – interessiere, habe ich mich hier schnell festgelesen
viele grüße
bernd scheurer
Toll Geschrieben, Gut recherchiert.
Es ist immer wieder interessant zu lesen wie das alles mal angefangen hat. Auch wenn ich die Geschichte schon kenne – finde ich das hier doch gut wiedergegeben!