Steve Jobs (1955-2011)

Ohne Steve Jobs hätte es Apple nie gegeben. Er wollte nicht nur die Kumpel im Homebrew Computer Club beeindrucken, sondern hatte von Beginn eine viel größere Vision. Doch erst in zweiten Anlauf gelang es ihm, seine charakterlichen Schwächen zu überwinden und vor allem mit dem iPhone die Welt zu verändern.

Wie die Gründer von Apple reich wurden

1980: Börsengang Apple Computer

Die beiden maßgeblichen Gründer von Apple, Steve Jobs und Steve Wozniak, stammten aus kleinen Verhältnissen. Ohne großes Budget machten sie sich daran, die ersten Personal Computer zu entwickeln. Mit dem Börsengang von Apple 1980 zahlte sich der Wagemut der beiden aus. Richtig reich wurde Steve Jobs allerdings erst nach seinem Weggang von Apple.

Apple und Xerox PARC

Der Besuch von Steve Jobs im Forschungszentrum Xeorx PARC und seine Folgen

Nicht nur im inzwischen beigelegten Patentstreit zwischen Apple und Samsung behaupteten Kritiker, Apple-Mitbegründer Steve Jobs habe es in der Vergangenheit mit dem Schutz des geistigen Eigentums nicht all zu ernst genommen und sich immer wieder großzügig bei anderen Firmen und Erfindern bedient. So habe Apple bei der Entwicklung des Macintosh Ideen kopiert, die zuvor im Forschungslabor Xerox PARC ausgebrütet worden waren. Legende oder Wahrheit?

(zuletzt aktualisiert: 8. März 2019)

Der Eingang zum Xerox PARC in den achtziger Jahrenq
Der Eingang zum Xerox PARC in den achtziger Jahren

Die Geschichte von Xerox PARC

Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein kurzer Blick in die Geschichte von Xerox PARC. Das legendäre kalifornische Forschungslabor wurde im Sommer 1970 von Xerox gegründet. Xerox war damals bereits ein sehr etablierter Player im High-Tech-Geschäft. In den USA steht der Name “Xerox” für das Fotokopieren, so wie in unseren Breiten “Tempo” für ein Papiertaschentuch oder “Tesa” für einen Klebefilm. Schließlich hatte die Xerox Corp. bereits 1950 als erstes Unternehmen der Welt die von dem amerikanischen Physiker und Juristen Chester F. Carlson erfundene “Xerographie” in ein funktionierendes Produkt umgesetzt. Carlson erhielt bereits 1937 das Patent auf ein Verfahren, das er “Elektrophotographie” nannte. Am 22. Oktober 1938 folgte die Premiere in der Praxis: Mit Hilfe einer mit Schwefel beschichtete Metallplatte und einer Lampe übertrug Chester den Schriftzug “10.-22.-38 Astoria” auf ein Wachspapier.

Die erste Fotokopie
Die erste Fotokopie

Ende der 60er Jahre sah das Xerox-Management die Gefahr, dass japanische Firmen den technologischen Vorsprung von Xerox einholen könnten. Das hing auch damit zusammen, dass wichtige Patente von Xerox ausliefen. Außerdem befürchtete die Xerox-Spitze, dass mit den kommenden Computer-Generationen das “papierlose Büro” entstehen könne, in dem Xerox keinen Platz mehr hat. Vor diesem Hintergrund wurde das Xerox Palo Alto Research Center (PARC) in Kalifornien gegründet.

Eine der bekanntesten Forscher am PARC war Alan Kay. Er kam 1970 zu dem Xerox-Forschungsteam. “Was wird ihre wichtigste Errungenschaft hier sein?”, wurde er während des Einstellungsgesprächs gefragt. Seine Antwort: “Der Personal Computer.” “Was ist das?”, lautete die Gegenfrage. Kay klappte sein Notizbuch auf und skizzierte seine Vision: “Ein Rechner dieser Größe, mit einem Bildschirm, einer Tastatur und genug Power, um ihre Post zu speichern und ihre Musik, Bilder und Bücher.” Kay stieß mit diesem Zukunftsentwurf bei Xerox zwar auf Unverständnis, konnte aber dennoch im PARC an seiner Vision eines Dynabooks arbeiten.

Die Wissenschaftler und Ingenieure am PARC waren nicht durch Alltagszwänge eingeengt: John Warnock, ehemaliger Forscher bei Xerox PARC und später einer der beiden Gründer von Adobe Systems, erinnert sich in der TV-Doku “Triumph of the Nerds”: “Die Atmosphäre hier war wie elektrisiert, es herrschte totale intellektuelle Freiheit. Es gab keinen ‘gesunden Menschenverstand’, fast jede Idee wurde als Herausforderung angesehen und wurde regelmäßig hinterfragt.” Auch Larry Tessler, der später bei Apple den Macintosh und den Newton PDA mit entwickelte, genoss in den 70er Jahren die Freiheiten im PARC: “Das Management sagte: Geht los und erschafft die neue Welt, wir verstehen sie nicht. Hier waren Leute mit vielen Ideen und einem enormen Talent versammelt, jung und energiegeladen.” Das Problem war nur, dass sich später die Unternehmensführung an der Ostküste der USA nur wenig für die Forschungsergebnisse aus dem PARC interessierte, wenn sie nicht im engeren Sinne mit Fotokopierern zu tun hatten.

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Die Geschichte des Apple Macintosh

Der erste Apple Macintosh (1984)

Der Apple Macintosh, der am 24. Januar 1984 vorgestellt wurde, war der erste Personal Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche, der in Massen verkauft werden konnte. Die Entwicklung des ersten Macs ist eines der spannendsten Kapitel in der Computer-Geschichte.

Die Geschichte von Apple (1976-2012)

Apple II

Apple startete 1976 in einer kalifornischen Garage. Mit dem Apple II und dem Macintosh legte das Unternehmen das Fundament der jungen PC-Industrie, um dann später die Vormachtstellung an Microsoft zu vieren. Doch mit Innovationen wie dem iPod, iPhone und iPad wurde Apple schließlich zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Diese Chronologie zeichnet die Geschichte von Apple Schritt für Schritt auf.

John Sculley

Die Chance, die Welt zu verändern Ein Satz wird John Sculley bis an sein Lebensende verfolgen: “Möchten Sie wirklich den Rest Ihres Lebens damit verbringen, Zuckerwasser zu verkaufen oder wollen Sie die Chance ergreifen, die Welt zu verändern?” (“Do you want to spend the rest of your life selling sugared water or do you want …

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Wie Steve Jobs das Macintosh-Projekt entdeckt hat

Mit dem Börsengang von Apple Computer im Dezember 1980 wurde Steve Jobs zum Multimillionär – doch er besaß nicht genügend Aktien, um Apple Computer insgesamt und damit auch seine eigene Aufgabe innerhalb von Apple bestimmen zu können. Anfang 1981 stand er zumindest ohne Verantwortung für ein bestimmtes Projekt da. Zum Leidwesen von Jef Raskin stürzte sich Jobs auf das Macintosh-Projekt, das zu diesem Zeitpunkt im Apple-Verwaltungssrat (Board) noch nicht so richtig ernst genommen wurde.

Doch Steve Jobs wusste, was er wollte: Er hatte bei Xerox PARC die grafische Benutzeroberfläche des Xerox Alto gesehen. Statt grüner Buchstaben auf dunklem Hintergrund sah man weiße Dokumenten-Fenster mit schwarzer Schrift – wie bei einem Blatt Papier. Verschiedene Schriftarten konnten ausgewählt werden. Die Grafikkarte steuerte auf dem Bildschirm frei einzelne Pixel an. Mit Hilfe einer Maus konnte ein Zeiger auf dem Bildschirm bewegt werden, um Texte zu markieren oder Befehle auszuführen. Dateien wurden durch Symbole auf einem virtuellen Schreibtisch repräsentiert.


Demo des Xerox Alto (aus: Triumph of the Nerds)

Den Alto konnte man nicht kaufen. Allein der Hauptspeicher dieses Experimental-Computers hätte zu diesem Zeitpunk rund 7000 Dollar gekostet. Jobs wollte einen Computer noch besser als der Alto – und auch besser als Apples Lisa. Die neue Wundermaschine sollte aber nur einen Bruchteil von Lisa kosten, für den man inklusive externer Festplatte rund 12 000 Dollar zahlen musste.

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Projekt Purple 2 – Wie Apple das iPhone als Geheimprojekt entwickelte

Cover Wired Feb. 2008“Die Demo war schief gegangen. Schon wieder. Es war einem späten Morgen im Herbst 2006. fast ein Jahr zuvor hatte Steve Jobs rund 200 der Top-Ingenieure von Apple damit beauftragt, das iPhone zu bauen. Und hier im Sitzungssaal des Apple-Aufsichtsrats wurde deutlich, dass der Prototyp noch immer ein Desaster war. Es war buggy, es funktionierte einfach nicht. Telefonverbindungen brachen ständig ab. Der Akku stoppte den Ladevorgang, noch bevor er geladen war. Daten und Anwendungen stürzten immer wieder ab und waren dann unbrauchbar. Die Liste der Probleme schien endlos. Am Ende der Demo starrte Jobs die Leute, ein Dutzend oder so, an und sagte: ‘Wir haben noch kein Produkt.'”

So beginnt der Bericht von Fred Vogelstein im US-Technologiemagazin “Wired” (Feb. 2008) über den schwierigen Start eines Produktes, das später die Mobilfunkbranche gehörig umkrempeln sollte. Vogelstein ist bekannt für seine gut recherchierten Reportagen und Features. So hatte er (ebenfalls bei Wired) aufgedeckt, dass die Entstehungsgeschichte des sozialen Netzwerks Facebook etwas anders abgelaufen ist, als Gründer Mark Zuckerberg immer wieder geschildert hatte.

Für die “Untold Story” in Wired über die Entstehung des iPhones – eine Geschichte, die zuvor noch niemand erzählt hatte – interviewte Fred Vogelstein unzählige Akteure und Beobachter und konnte auf dieser Basis über spannende Details berichten: So attackierte Apple-Chef Steve Jobs nach dem missglückten Demo-Termin im Herbst 2006 seine Mitarbeiter nicht laut schreiend – so, wie er es schon so oft zuvor getan hatte. Diesmal blieb er ganz ruhig. Die Stille machte die Runde noch nervöser als ein Wutanfall von Jobs. “Das war einer der wenigen Male bei Apple, dass mir ein kalter Schauer den Rücken herunter lief”, sagte ein Teilnehmer des Meetings.

Die Vorgeschichte des iPhones reicht bis zum Jahr 2002 zurück. Kurz nach der Präsentation des ersten iPods beschäftigte sich die Apple-Führungsspitze konkret mit der Frage, ob Apple nicht ein (Mobil-)Telefon entwickeln sollte. Jobs erkannte früh, dass der Boom Blackberry-Smartphones in den großen Firmen der USA sich früher oder später auch auf die private Kundschaft ausweiten würde. Für ihn war auch absehbar, dass die Mobiltelefone der Zukunft in der Regel einen MP3-Player eingebaut haben, so dass die Vorherrschaft des iPods als mobiler Musikplayer gefährdet schien.

Kurzfristig war Apple aber damals nicht in der Lage, selbst ein Smartphone zu bauen. Das Betriebssystem des iPods war nicht dafür geschaffen, komplizierte Netzwerkoperationen oder aufwändige Grafiken zu bewältigen. Und vom Macintosh-Betriebssystem OS X existierte damals keine schlanke Version, die mit den damals verfügbaren Telefonchips hätte laufen können.

Palm Treo 600Insbesondere der Absatzerfolg des Palm Treo 600, der die Funktionen eines Mobiltelefons, PDAs und Blackberrys vereinte, bestärkte Steve Jobs in seiner Absicht, selbst auf dem Markt der so genannten Konvergenz-Geräte aktiv zu werden. Im Jahr 2004 steuerte das iPod-Geschäft bereits zu 16 Prozent zum Umsatz von Apple bei. Doch neue Entwicklungen wie die wachsende Popularität von 3G-Handys und WiFi-Telefonen sowie die sinkenden Speicherpreise gefährdeten zumindest potenziell die Führungsposition des iPods. Außerdem wurden ständig neue Online-Musikplattformen gegründet, die dem iTunes Store von Apple Konkurrenz machen sollten.

Vor diesem Hintergrund war rasches Handeln angesagt, auch wenn Apple selbst für die Entwicklung eines iPhones noch nicht bereit war. Auf der Suche nach Kooperationspartnern fiel die Wahl von Steve Jobs auf Motorola. Der US-Mobilfunkgigant feierte damals mit dem Designhandy RAZR große Absatzerfolge. Außerdem kannte Jobs den Motorola-CEO Ed Zander aus der Zeit, als Zander noch in der Führungsspitze von Sun Microsystems gearbeitet hatte. Das Szenario sah vor, dass Apple sich voll auf die Entwicklung der Musik-Software konzentriert, während Motorola und der Mobilfunkprovider Cingular sich um die Hardware und die komplizierte Netzwerktechnik kümmern sollten.

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