Timeline – Die Geschichte von Apple (2021 bis heute)

27. Januar 2021:

Apple hat im Weihnachtsquartal einen Rekordgewinn von gut 28,7 Milliarden Dollar eingefahren. Auch überschritt der iPhone-Konzern erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar Quartalsumsatz.

Mit 111,44 Milliarden Dollar erlöste Apple 21 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Alle Produktreihen und auch das Dienste-Geschäft trugen zu dem Wachstum bei. Beim Gewinn gab es in dem Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal einen Zuwachs von 29,3 Prozent, wie Apple nach US-Börsenschluss am 27.1.2021 mitteilte.

28. Januar 2021:

Facebook-Chef Mark Zuckerberg attackiert Apple so scharf wie nie zuvor. Der Konzern von mark Zuckerberg stört sich an den Plänen von Apple, den Nutzern neue Möglichkeiten geben, die Datensammlung auf iPhones einzuschränken. Sie werden leichter verhindern können, dass Apps und Werbedienste Informationen über ihr Verhalten über die Grenzen einzelner Anwendungen und Websites hinweg sammeln. Apples Plan ist, dass jede App die Nutzer für den Zugriff um Erlaubnis fragen muss. Facebook befürchtet, dass die Personalisierung der Werbung durch das geringere Wissen über die Menschen ungenauer wird.

17. Februar 2021:

Der Spieleentwickler Epic eröffnet in seinem festgefahrenen App-Store-Streit mit Apple eine neue Front in der Europäischen Union. Die Firma hinter dem populären Online-Spiel „Fortnite“ reichte am 17.2.2021 eine Kartellbeschwerde bei der EU-Kommission ein. Apple nutze die Kontrolle über das iOS- Betriebssystem seiner iPhones, um sich selbst zu bevorteilen und gleichzeitig Wettbewerber zu blockieren, argumentierte Epic. Der iPhone-Konzern verteidigte sein Vorgehen. Der in den USA bereits seit Sommer laufende Konflikt könnte am Ende beeinflussen, wie Apps auf Smartphones vertrieben werden – und wie viel Geld vom Kaufpreis Plattformen wie der App Store von Apple oder Googles Play Store dabei einbehalten dürfen.

10. März 2021:

Apple wird in den kommenden drei Jahren über eine Milliarde Euro in den Standort Deutschland investieren, vor allem in Bayern. Dabei sollen die bestehenden Forschungs- und Entwicklungsabteilungen im Großraum München zum Europäischen Zentrum für Chip-Design von Apple ausgebaut werden, kündigte der iPhone-Hersteller am 10.3.2021 an. Apple hatte im Sommer 2019 die Mobilfunk-Modem-Sparte des Chip-Giganten Intel übernommen und seitdem seine Labore im Großraum München zum größten Entwicklungszentrum Apples in Europa aufgestockt. Inzwischen arbeiten nach Angaben des Unternehmens dort knapp 1500 Ingenieure aus 40 Ländern im Bereich Power Management Design. Diese Technik sorgt dafür, dass jeder Teil eines Geräts in jedem Moment mit der richtigen Menge Energie versorgt wird. Außerdem arbeiten dort Experten für Anwendungsprozessoren, drahtlose Technologien und anderen Themen.

20. April 2021:

Apple nutzt den Umstieg auf Chips aus eigener Entwicklung, um die PC-Konkurrenten mit einem innovativen Desktop-Computer herauszufordern. Der neue iMac ist nur 11,5 Millimeter dick – dünner als viele Monitore ohne einen Computer im Inneren. Möglich macht das Apple zufolge der Umstieg von Intel-Prozessoren auf die M1-Chips aus eigener Entwicklung. Dadurch könne man unter anderem drastisch Platz sparen: Statt eines voluminösen Kühlsystems seien lediglich zwei kleine Lüfter notwendig.

Der neue iMac kommt in verschiedenen Farben – Foto: Handout Apple.

26. April 2021:

Apple führt gegen den Widerstand von Unternehmen der Medien- und Werbebranche strengere Datenschutz-Regeln auf dem iPhone ein. Nach einem Upgrade auf die am 26.4.2021 veröffentlichte Systemversion iOS 14.5 können Apple-Kunden entscheiden, ob Apps sie zu Marketingzwecken über mehrere Dienste oder Websites hinweg verfolgen dürfen oder nicht.

Diese von Apple im Sommer 2020 angekündigte „App Tracking Transparency“ (ATT) hatte im Vorfeld deutliche Kritik von Online-Werbefirmen – insbesondere Facebook – sowie Medienunternehmen ausgelöst. Facebook-Chef Mark Zuckerberg warf Apple vor, mit ATT nur eigene Geschäftsziele zu verfolgen. Die Maßnahme werde vor allem kleine und mittlere Unternehmen treffen, kritisierte er wiederholt.

2. Mai 2021:

Die EU-Kommission wirft Apple unfairen Wettbewerb in seinem App Store auf iPhone und iPad vor. Apple benachteilige andere Anbieter von Musikstreaming-Apps, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am 2.5.2021 nach einer Beschwerde des Marktführers Spotify. Die Brüsseler Behörde sieht unter anderem ein Problem in der Regel, dass die Verkäufe von Abos in den Apps über Apples Bezahlplattform abgewickelt werden müssen. Dabei behält der Konzern 30 oder 15 Prozent der Einnahmen ein. Spotify findet es unfair, dass für Apple bei seinem Konkurrenz-Musikdienst wegen dieser App-Store-Abgabe beim gleichen Abo-Preis mehr Geld übrig bliebe. Dabei könne nicht auf eine andere Möglichkeit ausgewichen werden, Apps auf den Geräten zu installieren. „Apple hat ein Monopol“, sagte Vestager mit Blick auf den App Store.

3. Mai 2021:

In Kalifornien beginnt ein Gerichtsverfahren, das das App-Geschäft auf dem iPhone verändern könnte. Vor Gericht treffen sich Apple und der „Fortnite“-Entwickler Epic Games. Epic will einen eigenen App Store auf dem iPhone betreiben und Apple keine Abgabe für Einnahmen aus dem Verkauf digitaler Artikel zahlen. Apple will dagegen, dass Anwendungen weiterhin nur über den App Store des Konzerns geladen werden können – das sei unter anderem notwendig, um die Nutzer vor Betrug und Software-Fehlern zu schützen. Epic wirft Apple in seiner Klage unfairen Wettbewerb vor – mit der Begründung, dass Apple ein Monopol auf dem App-Vertrieb auf dem iPhone habe. Apple kontert, dass man das iPhone nicht als eigenständigen Markt betrachten könne, sondern das Spielegeschäft auf verschiedenen Plattformen betrachten müsse. 

21. Juni 2021:

Das Bundeskartellamt nutzt seine neuen Möglichkeiten zum Vorgehen gegen große Digital-Plattformen nun auch für Ermittlungen gegen Apple. „Wir werden jetzt prüfen, ob Apple rund um das iPhone mit dem proprietären Betriebssystem iOS ein digitales Ökosystem über mehrere Märkte errichtet hat“, kündigte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt am 21.6.2021 an. Mit der Reform des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) im Januar kann das Kartellamt leichter gegen große Digitalunternehmen vorgehen, die über Grenzen zwischen verschiedenen Marktbereichen hinweg für den Wettbewerb von Bedeutung sind. Die Behörde prüft auf dieser Grundlage bereits Facebook, Amazon und Google.

6. August 2021:

Apple kündigt an, den Kampf gegen Kinderpornografie mit einem radikalen Schritt zu unterstützen. Der Konzern will von Herbst an zunächst Fotos auf Geräten von US-Nutzern bei Nutzung des hauseigenen Online-Speicherdienstes iCloud mit einer Liste von bekanntem kinderpornografischen Material abgleichen lassen. 

Für den Abgleich soll auf die Geräte eine Datei mit sogenannten „Hashes“ von bereits bekannten kinderpornografischen Inhalten geladen werden – eine Art digitaler Fingerabdruck des Bildes. Darüber lässt sich bei einem Vergleich mit speziellen Verfahren eine Kopie des Fotos erkennen, das Original kann aus dem Hash aber nicht wiederhergestellt werden. Kritiker sprechen von einem Dammbruch in Sachen Privatsphärenschutz, weil Apple auf den Geräten der Kunden die Daten analysiere. Nach wochenlanger kontroverser Debatte legt Apple die Pläne Anfang September zunächst auf Eis.

10. September 2021:

Im Streit über die geschäftlichen Spielregeln im Apple App Store hat der iPhone-Konzern zumindest in Teilen eine rechtliche Niederlage hinnehmen müssen. Nach einem Urteil eines Bundesgerichts in Oakland (Kalifornien) muss Apple den Entwicklern bei den Bestimmungen zur Bezahlung der Apps und Services entgegenkommen. Das Grundprinzip des Stores wurde allerdings nicht in Frage gestellt. Gegen das Urteil können Rechtsmittel eingelegt werden.

In dem Verfahren Apple gegen den Spiele-Entwickler Epic urteilte Richterin Yvonne Gonzalez Rogers, dass Apple den Entwicklern nicht verbieten könne, in ihren Apps Links einzubauen, die Kunden auf andere Zahlungsmöglichkeiten außerhalb des Apple-eigenen In-App-Kaufsystems verweisen. Das Urteil besagt auch, dass Apple den Entwicklern nicht verbieten könne, mit Kunden über Kontaktinformationen zu kommunizieren, die die Entwickler bei der Anmeldung innerhalb der App erhalten haben. Die meisten Anträge von Epic wurden aber abgelehnt. Außerdem muss der Spieleentwickler Schadenersatz an Apple in Höhe von vier Millionen Dollar. Das Gericht widersprach gleichzeitig der Auffassung von Epic, dass Apple ein kartellrechtlicher Monopolist auf dem Teilmarkt für mobile Spieltransaktionen sei.

14. September 2021:

Apple spendiert seinen iPhones vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft einen schnelleren Chip und bessere Kameras. Das am 14.9.2021 vorgestellte iPhone 13 behielt äußerlich das Design der aktuellen Generation mit eckigen Kanten. Aber die Aussparung für Kameras und Sensoren zur Gesichtserkennung am oberen Bildschirmrand wurde am 20 Prozent verkleinert.

Das iPhone 13 Pro und das iPhone 13 Pro Max werden in vier Farben erhältlich sein: Graphit, Gold, Silber und Sierra Blue.

Die Computer-Uhr Apple Watch bekommt in der am Dienstag vorgestellten neuen Generation Series 7 ein etwas größeres Display. Da der Rahmen um den Bildschirm dünner gemacht wurde, ist sie nur ein wenig größer als das Vorgänger-Modell. Mit mehr Platz lässt Apple nun zum Beispiel erstmals auf einer kleinen Tastatur auf dem Display tippen.

18. Oktober 2021:

Apple kündigt zwei neue Hochleistungs-Chipsysteme an, mit denen der Konzern seine Abkehr von Intel-Prozessoren beschleunigen will. Die am 18.10.2021 in einem Videostream vorgestellten M1 Pro und M1 Max sind stark verbesserte Versionen des M1-Chips, den Apple vor einem Jahr vorgestellt hatte. Sie bilden künftig das Herzstück der neuen MacBook-Pro-Modelle.

Die erste Auflage des M1 diente Apple dazu, die Mikroprozessoren des Chipgiganten Intel im Einstiegs- und Mittelklasse-Segment der Macintosh-Computer abzulösen. Nun nimmt der iPhone-Hersteller mit seinen eigenen Systemen auch den Markt der Hochleistungs-Laptops ins Visier. Damit sollen Anwender mit hohen Anforderungen an die Hardware – wie Entwickler, Programmierer, Grafikdesigner und Filmemacher – nicht länger auf die MacBooks mit Intel-Chips angewiesen sein.