50 Jahre Apple – Die 10 wichtigsten Produkte in der Geschichte von Apple
Das iPhone dominiert seit 2009 das Geschäft von Apple. Das iPhone wurde im zweiten Kalenderquartal (Fiscal Q3 2009) erstmals zur umsatzstärksten Produktkategorie bei Apple. Angetrieben durch die Einführung des iPhone 3GS überholte damals der Umsatz mit dem iPhone knapp die Erlöse der Mac-Sparte, die bis dahin (abgesehen von starken Weihnachts-Quartalen des iPods) traditionell Apples wichtigste Einnahmequelle war. Im Universum der Technik-Geschichte haben aber auch noch etliche andere Apple-Produkte ihren festen Platz gefunden.
1. Der Apple II (1977)

Der Apple II war weit mehr als nur ein Nachfolger des Apple I; er war der Urknall des Personal Computings für die breite Masse. Während Computer zuvor klobige, komplizierte Maschinen für Spezialisten waren, präsentierte Apple ein Gerät, das wie ein Haushaltsgerät aussah. In seinem eleganten beigen Kunststoffgehäuse verbarg sich eine hocheffiziente Architektur von Steve Wozniak, die erstmals Farbgrafik und Sound für Privatanwender erschwinglich machte.
Die technische Brillanz lag in der Erweiterbarkeit. Durch acht interne Steckplätze konnten Nutzer den Rechner an ihre Bedürfnisse anpassen – ein Konzept, das Apple später paradoxerweise oft bekämpfte. Diese Offenheit ermöglichte es Drittanbietern, Hardware-Erweiterungen zu entwickeln, was den Apple II zur bevorzugten Plattform für die frühe Softwareindustrie machte. Er war der erste Computer, der nicht nur in Hobbykellern, sondern massenhaft in Schulen und kleinen Büros Einzug hielt.
Das historische Vermächtnis des Apple II ist untrennbar mit der ersten Tabellenkalkulation der Welt verbunden: VisiCalc. Diese „Killer-App“ verwandelte den Rechner über Nacht von einem Spielzeug für Technik-Begeisterte in ein unverzichtbares Geschäftswerkzeug. Der enorme finanzielle Erfolg des Apple II sicherte dem Unternehmen über ein Jahrzehnt lang das Überleben und lieferte das nötige Kapital, um kühne Experimente wie den Macintosh zu wagen.
2. Der Macintosh 128k (1984)

Mit dem legendären Werbespot während des Super Bowls 1984 versprach Apple nicht weniger als eine Revolution gegen die digitale Tyrannei. Der originale Macintosh war zwar technisch nicht der erste Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche, aber er war der erste, der sie funktionstüchtig und bezahlbar in die Wohnzimmer brachte. Er ersetzte kryptische Textbefehle durch die Metapher eines Schreibtisches, komplett mit Ordnern, einem Papierkorb und der damals noch belachten Maus.
Unter der Haube war der Macintosh eine radikale Abkehr vom Apple II. Er war ein geschlossenes System, ein „All-in-One“-Design, das von Steve Jobs als einheitliches Kunstwerk betrachtet wurde. Diese Philosophie der totalen Kontrolle über Hard- und Software sollte später zum Markenkern von Apple werden. Der Mac war das erste Gerät, das Computertechnologie durch Design und intuitive Bedienung menschlich machte und eine emotionale Bindung zwischen Nutzer und Maschine schuf.
Trotz anfänglich schwacher Verkaufszahlen aufgrund des geringen Arbeitsspeichers definierte der Macintosh das moderne Computing. Er legte den Grundstein für die gesamte grafische Industrie und etablierte Apple als die Marke für Kreative. Alles, was wir heute an modernen Betriebssystemen als selbstverständlich ansehen – von Fenstern über Menüs bis hin zur Drag-and-Drop-Bedienung – fand hier seinen Ursprung für den Massenmarkt.
3. Der LaserWriter (1985)

Oft im Schatten des Macintosh stehend, war der LaserWriter der eigentliche Retter des Mac-Ökosystems in den 80er Jahren. Es handelt sich um einen der ersten Laserdrucker für den Massenmarkt, der die Seitenbeschreibungssprache PostScript von Adobe nutzte. In Kombination mit dem Macintosh schuf er eine Synergie, die die Welt der Verlage und Druckereien für immer verändern sollte: das Desktop Publishing (DTP).
Die technische Bedeutung lag in der Präzision. Plötzlich konnten Einzelpersonen und kleine Unternehmen Dokumente in einer typografischen Qualität erstellen, die zuvor nur mit teuren Belichtungsmaschinen möglich war. Der LaserWriter war im Grunde ein Computer für sich, ausgestattet mit einem leistungsstarken Prozessor, um die komplexen PostScript-Daten zu verarbeiten. Er war das fehlende Puzzleteil, das dem Macintosh eine echte Daseinsberechtigung im professionellen Umfeld gab.
Historisch gesehen rettete DTP Apple vor der Bedeutungslosigkeit im Vergleich zum IBM-PC. Es schuf eine Nische, die so loyal war, dass Apple selbst seine schwersten Krisenjahre überstehen konnte. Der LaserWriter bewies zudem, dass Apple in der Lage war, nicht nur isolierte Geräte, sondern ganze Workflows zu definieren, die Industrien grundlegend demokratisierten.
4. Die PowerBook 100-Serie (1991)

Anfang der 90er Jahre war das Konzept eines „tragbaren Computers“ meist gleichbedeutend mit schweren, kofferartigen Geräten. Mit der Einführung des PowerBook 100, 140 und 170 setzte Apple den Goldstandard für das moderne Laptop-Design. Die bahnbrechende Innovation war die Positionierung der Tastatur nahe am Bildschirm, was Platz für eine Handballenauflage und einen integrierten Trackball in der Mitte schuf – ein Layout, das bis heute bei fast jedem Notebook der Welt zu finden ist.
Die ergonomische Überlegenheit des PowerBook war sofort offensichtlich. Während die Konkurrenz noch mit externen Mäusen oder seitlich angesteckten Trackballs experimentierte, lieferte Apple eine in sich geschlossene, mobile Lösung. Das PowerBook bewies, dass echte Innovation bei Apple auch in der Zeit zwischen den beiden Amtszeiten von Steve Jobs möglich war. Es war ein massiver kommerzieller Erfolg und machte Apple zeitweise zum Marktführer im Bereich der mobilen Computer.
Das Vermächtnis des PowerBook liegt in der Definition von Mobilität. Es verwandelte den Laptop von einem klobigen Ersatzrechner in ein Statussymbol für Geschäftsreisende und Journalisten. Viele der Designentscheidungen von 1991 finden sich noch heute in den modernsten MacBooks wieder, was die Weitsicht der damaligen Ingenieure und Designer unterstreicht.
5. Der iMac G3 (1998)

Der iMac G3 war das erste Produkt nach der Rückkehr von Steve Jobs und markiert den dramatischsten Wendepunkt in der Firmengeschichte. In einer Ära, in der Computer graue, beige Kästen waren, präsentierte Apple ein eiförmiges Gehäuse aus halbtransparentem Kunststoff in „Bondi Blue“. Er war ein optisches Statement, das signalisierte: Apple ist zurück, und wir sind anders als der Rest der Branche.
Technisch war der iMac ebenso radikal wie mutig. Er war der erste Computer, der konsequent auf das Diskettenlaufwerk verzichtete und stattdessen voll auf USB und das integrierte Modem für das Internet setzte. Das „i“ im Namen stand für Internet und definierte die Ära der vernetzten Computer. Es war die erste Zusammenarbeit zwischen Steve Jobs und dem jungen Designer Jony Ive, die eine jahrzehntelange Ära des ikonischen Designs einläutete.
Der iMac rettete Apple finanziell und kulturell. Er bewies, dass Design ein entscheidendes Kaufargument für Technologie sein kann und dass Apple-Nutzer bereit waren, für Ästhetik und Einfachheit einen Aufpreis zu zahlen. Mit dem iMac begann die Transformation von Apple von einem reinen Computerhersteller zu einer Lifestyle-Marke, die den Geschmack einer ganzen Generation prägte.
6. Der iPod (2001)

„1.000 Songs in deiner Tasche“ – mit diesem Versprechen trat der iPod an, die digitale Musikwelt zu ordnen. Während frühere MP3-Player kompliziert zu bedienen waren und wenig Speicherplatz boten, kombinierte der iPod eine intuitive Benutzeroberfläche (das Click Wheel) mit einer winzigen Festplatte und der nahtlosen Integration in die iTunes-Software. Es war das erste Mal, dass Apple seine Philosophie der Einfachheit auf ein Gerät außerhalb des klassischen Computermarktes übertrug.
Der iPod war jedoch mehr als nur Hardware; er war das Fundament für ein neues Geschäftsmodell. Mit der Einführung des iTunes Store im Jahr 2003 schuf Apple ein legales und einfaches Ökosystem für den Kauf digitaler Musik. Dies rettete die Musikindustrie vor der Piraterie und machte Apple zum mächtigsten Akteur im Musikgeschäft. Der iPod war der Beweis, dass Apple ganze Industrien durch die Verbindung von Hardware, Software und Dienstleistungen disruptieren konnte.
Kulturell wurde der iPod zum Symbol der frühen 2000er Jahre. Die weißen Kopfhörer wurden zu einem Erkennungsmerkmal für eine neue Art von digitalem Lifestyle. Der Erfolg des iPods legte zudem die finanzielle Basis für die Entwicklung des iPhones und transformierte Apple endgültig zu einem globalen Giganten der Unterhaltungselektronik.
7. Das iPhone (2007)

Das iPhone wird oft als das einflussreichste Technologieprodukt aller Zeiten bezeichnet, und das aus gutem Grund. Bei seiner Vorstellung 2007 kombinierte es drei Produkte – einen Breitbild-iPod mit Touch-Steuerung, ein revolutionäres Mobiltelefon und ein bahnbrechendes Internet-Kommunikationsgerät – in einem einzigen Gehäuse. Der Verzicht auf eine physische Tastatur zugunsten eines Multi-Touch-Displays veränderte die Interaktion zwischen Mensch und Maschine für immer.
Die wahre Revolution folgte jedoch 2008 mit der Eröffnung des App Store. Apple schuf damit eine Plattform, die es Drittentwicklern ermöglichte, Software direkt an Millionen von Nutzern zu vertreiben. Dies löste die „App Economy“ aus und verwandelte das iPhone von einem Telefon in einen universellen Computer für die Hosentasche, der heute fast jeden Aspekt unseres Lebens von der Navigation bis zum Bezahlen steuert.
Soziologisch gesehen hat das iPhone die Art und Weise, wie wir kommunizieren, Informationen konsumieren und uns in der Welt bewegen, radikal verändert. Es machte das mobile Internet zum Standard und zwang die gesamte Industrie, sich an Apples Vision des Smartphones anzupassen. Finanziell ist es das erfolgreichste Produkt der Menschheitsgeschichte und hat Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen lassen.
8. Das iPad (2010)

Als Steve Jobs das iPad im Jahr 2010 vorstellte, füllte es die Lücke zwischen dem Smartphone und dem Laptop. Es war das ultimative Gerät für den Medienkonsum und bewies, dass die Multi-Touch-Oberfläche auch auf größeren Bildschirmen eine völlig neue Qualität der Interaktion ermöglichte. Das iPad machte das Internet, E-Mails und Fotos „begreifbar“ und eliminierte die Barrieren, die Maus und Tastatur für viele Menschen darstellten.
Das iPad definierte die sogenannte „Post-PC-Ära“. Für viele Nutzer wurde das Tablet zum primären Computer, da es leichter, intuitiver und persönlicher als ein herkömmlicher Laptop war. In Bereichen wie der Bildung, dem Gesundheitswesen und der Luftfahrt revolutionierte das iPad die Arbeitsabläufe, indem es komplexe Software in einer mobilen und einfach zu bedienenden Form zugänglich machte.
Historisch gesehen etablierte das iPad eine völlig neue Produktkategorie, die zuvor viele Hersteller vergeblich versucht hatten zu besetzen. Es unterstrich Apples Fähigkeit, Bedürfnisse zu wecken, von denen die Kunden vorher nicht wussten, dass sie sie hatten. Bis heute dominiert das iPad den Tablet-Markt und entwickelt sich durch das iPad Pro immer mehr zu einem ernstzunehmenden Werkzeug auch für professionelle Content-Ersteller.
9. Die Apple Watch (2015)

Die Apple Watch war das erste große neue Produkt unter der Führung von Tim Cook und Apples Einstieg in die Welt der Wearables. Ursprünglich als modisches Accessoire und Benachrichtigungszentrale konzipiert, fand die Uhr ihre wahre Berufung schnell im Bereich Gesundheit und Fitness. Sie ist das bisher persönlichste Gerät von Apple, da sie den ganzen Tag über direkt am Körper getragen wird und biometrische Daten in Echtzeit erfasst.
Technisch gesehen ist die Apple Watch ein Wunderwerk der Miniaturisierung. Sie integriert komplexe Sensoren für Herzfrequenz, EKG und Blutsauerstoff in einem winzigen Gehäuse. Durch die enge Verknüpfung mit dem iPhone und Apples Gesundheitsdiensten ist sie zu einem unverzichtbaren Begleiter für Millionen von Menschen geworden, die ihre Vitalwerte überwachen möchten. Sie hat den Markt für Uhren grundlegend verändert und Apple zum größten Uhrenhersteller der Welt gemacht.
Die strategische Bedeutung der Apple Watch liegt in ihrer Rolle als Lebensretter. Unzählige Berichte über die Sturzerkennung oder Warnungen bei Herzrhythmusstörungen haben das Image von Apple als Unternehmen gestärkt, das sich um das Wohlbefinden seiner Nutzer sorgt. Sie ist der zentrale Baustein für Apples Bestreben, eine führende Rolle im digitalen Gesundheitswesen einzunehmen.
10. Apple Silicon / M1 Chip (2020)

Mit der Ankündigung, sich von Intel-Prozessoren zu verabschieden und eigene Chips für den Mac zu entwickeln, vollzog Apple den wichtigsten technischen Schritt seit Jahrzehnten. Der M1-Chip, der 2020 debütierte, brachte die Architektur-Expertise vom iPhone auf den Mac. Das Ergebnis war eine Revolution in der Performance-pro-Watt-Effizienz: Macs wurden plötzlich viel schneller, blieben dabei kühler und boten Batterielaufzeiten, die zuvor unmöglich schienen.
Der Wechsel auf Apple Silicon ermöglichte eine tiefere Integration von Hard- und Software als je zuvor. Da Apple nun den Prozessor, das Betriebssystem und die wichtigsten Anwendungen selbst kontrolliert, können Funktionen realisiert werden, die mit Standard-Chips nicht möglich wären. Dies gab dem Mac-Lineup eine neue Identität und führte zu einer Renaissance des Desktops und Laptops bei Apple, nachdem diese jahrelang im Schatten des iPhones gestanden hatten.
Die langfristige Auswirkung von Apple Silicon ist die Unabhängigkeit von externen Chipherstellern und deren Zeitplänen. Es zementiert Apples technologischen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz und vereinheitlicht die Architektur über alle Produktlinien hinweg. Der M1 und seine Nachfolger sind das Herzstück der aktuellen Innovationskraft von Apple und sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens für das nächste Jahrzehnt.
