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Steve Jobs (2): Die Suche nach dem Sinn des Lebens

Teil 1: Steve Jobs – „Verlassen“, „Auserwählt“ und „Speziell“

Steve Jobs brach das 1973 Studium ab und schlug sich als Lebenskünstler durch. Im Hare-Krishna-Tempel holte er sich hin und wieder eine warme Mahlzeit ab. Er schmuggelte sich in den Kalligraphie-Kurs ein, der auf dem Reed College angeboten wurde. „Ich erfuhr von Serifen- und serifenlosen Schriften. Lernte, wie man den Abstand zwischen verschiedenen Buchstabenkombinationen anpasst. Erfuhr, was großartige Schriften großartig macht. Es war wundervoll, historisch, kunstvoll dezent auf eine Weise, die Wissenschaft nicht einfangen kann, und ich fand es faszinierend.“ Auch diese Episode sollte sich später in der Computergeschichte auswirken:

Zehn Jahre später, als wir den ersten Macintosh entwarfen, kam alles wieder. (…) Es war der erste Computer mit schönen Schriftzeichen. Hätte ich damals nicht das Studium abgebrochen, hätte der Mac niemals die verschiedenen Schriftarten oder Schriftzeichen mit proportionalen Abständen bekommen. Und da Windows den Mac einfach kopiert hat, hätte sie wahrscheinlich auch kein anderer Personal Computer gehabt.

Steve Jobs war auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Er experimentierte mit bewusstseinserweiternden Drogen. 1975 nutzte er eine Dienstreise für seinen damaligen Arbeitgeber Atari nach Europa, um auf eigene Faust nach Indien zu fahren. Jobs beschäftigte sich in dieser Zeit intensiv mit den Lehren des Harvard-Professors Richard Alpert, der zum Hinduismus konvertiert war und in Indien als Guru Ram Dass („Diener Gottes“) lehrte. In Indien fand Jobs aber keine Erleuchtung, sondern landete bei einem Betrüger, der seine Guru-Rolle nur spielte. Desillusioniert kehrte er nach Kalifornien zurück.

The Homebrew Computer Club newsletter
Newsletter des Homebrew Computer Clubs

Unterdessen versuchte sein Freund Steve Wozniak die „merkwürdige, schrullige Truppe von Leuten“ zu überzeugen, die sich Homebrew Computer Club nannte. „Das war eine Gruppe, die fasziniert war von der Technologie und den Dingen, die man damit erreichen konnte.“ Für die Geeks im Club entwickelte Woz einen Bausatz, der später als Apple I bekannt werden sollte. Steve Jobs schmiedete da bereits viel größere Pläne, denn er hatte beobachtet, dass nur wenige Leute im Homebrew die Zeit oder das Geschick hatten, die im Club präsentierten Computer selbst aufzubauen. „Warum bauen wir die Platine nicht selbst und verkaufen sie ihnen?“, fragte er Woz.

Homebrew Computer Club meeting (1978)
Homebrew Computer Club meeting (1978)

Weiterlesen: Steve Jobs (3) – Gründung von Apple und erster Erfolg mit dem Apple II

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Steve Jobs (1955-2011)

Als Steve Jobs 2007 der Welt das iPhone vorstellte, verkündete er voller Stolz: "Apple hat das Telefon neu erfunden." An Selbstbewusstsein und Gespür, dass seine Produkte die Welt verändern, hat es dem Mann mit dem schwarzen Rollkragenpullover nie gefehlt. Mit den coolen Produkten, die den Apfel als Markenzeichen tragen, hat Jobs nicht nur eines der faszinierendsten Kapitel der modernen Wirtschaftsgeschichte geschrieben. Mit den Apple-Rechnern, dem iPod und vor allem dem iPhone und dem iPad trieb er die PC- und Internet-Revolution voran wie kaum ein anderer.

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