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Wie die Gründer von Apple reich wurden

Apple wurde am 1. April 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet. Sie stammten aus kleinen Verhältnissen und bekamen den geschäftlichen Erfolg nicht in den Schoß gelegt. Um die ersten Modelle des Apple I im Jahr 1976 zu ermöglichen, verkauften Steve Jobs und Steve Wozniak fast buchstäblich ihr letztes Hemd. Jobs setzte seinen VW Bus ein, für den er immerhin noch 1.500 Dollar bekam. „Woz“ trennte sich von seinem geliebten programmierbaren Taschenrechner Hewlett-Packard 65 und legte 250 Dollar in die Firmenkasse.

Ronald Wayne sollte mit seiner Erfahrung in der Dokumentation bei Atari etwas Ordnung in die junge Firma bringen und erhielt zehn Prozent der Firmenanteile. Als junger Familienvater scheute er aber das finanzielle Risiko und ließ sich bereits am 12. April 1976 wieder auszahlen. Er bekam 800 Dollar für seine Anteile.

Steve Jobs und Steve Wozniak bei der Präsentation des Apple II (1977)
Steve Jobs und Steve Wozniak bei der Präsentation des Apple II (1977)

Das Fundament für den geschäftlichen Erfolg legten 1977 der Venture Capitalist Arthur Rock sowie der Ex-Intel-Manager Mike Markkula, der 92.000 Dollar in Apple investierte und einen Bankkredit in Höhe von 250.000 Dollar absicherte. Das Investment sollte sich lohnen. Bevor Apple 1980 an die Börse ging, gehörte Markkula ein Drittel der Firma. Wayne erhielt noch einmal einen Scheck in Höhe von 1500 Dollar, als Arthur Rock und Mike Markkula bei Apple als Investoren einstiegen. Die Gründung der Apple Computer Inc. ging am 3. Januar 1977 ohne Wayne über die Bühne.

Mit dem Börsengang am 12. Dezember 1980 wurden Jobs und Wozniak Multimillionäre, denn Apple Computer wurde nun mit 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Jobs besaß 7,5 Millionen Aktien (217 Mio. Dollar), „Woz“ wurden vier Millionen Aktien (116 Mio. Dollar) zugeteilt. Markkulas Anteil von sieben Millionen Aktien waren 203 Millionen schwer.

„Mit 23 Jahren besaß ich schon über eine Million Dollar und über zehn Millionen Dollar als ich 24 war und über 100 Millionen Dollar als ich 25 Jahre alt war“, sagte Jobs 1996 in einem Interview mit Robert Cringley („Triumph of the Nerds„). „Und es war nicht so wichtig, weil ich es niemals wegen des Geldes getan habe.“

I was worth about over a million dollars when I was twenty-three and over ten million dollars when I was twenty-four, and over a hundred million dollars when I was twenty-five and ehm it wasn’t that important ehm because I never did it for the money.

Steve Jobs im Playboy-Interview
Steve Jobs im Playboy-Interview

Auch im berühmten Playboy-Interview (Februar 1985) machte Jobs klar, dass er sein Leben nicht von Thema Geld dominieren lässt:

PLAYBOY: We survived 1984, and computers did not take over the world, though some people might find that hard to believe. If there’s any one individual who can be either blamed or praised for the proliferation of computers, you, the 29-year-old father of the computer revolution, are the prime contender. It has also made you wealthy beyond dreams—your stock was worth almost a half billion dollars at one point, wasn’t it?

JOBS: I actually lost $250,000,000 in one year when the stock went down. [Laughs]

PLAYBOY: You can laugh about it?

JOBS: I’m not going to let it ruin my life. Isn’t it kind of funny? You know, my main reaction to this money thing is that it’s humorous, all the attention to it, because it’s hardly the most insightful or valuable thing that’s happened to me in the past ten years. But it makes me feel old, sometimes, when I speak at a campus and I find that what students are most in awe of is the fact that I’m a millionaire.
When I went to school, it was right after the Sixties and before this general wave of practical purposefulness had set in. Now students aren’t even thinking in idealistic terms, or at least nowhere near as much. They certainly are not letting any of the philosophical issues of the day take up too much of their time as they study their business majors. The idealistic wind of the Sixties was still at our backs, though, and most of the people I know who are my age have that ingrained in them forever.

In der Forbes-Liste der 400 reichsten Amerikaner (2008) lag Steve Jobs mit einem geschätzten Gesamtvermögen von 5,4 Milliarden Dollar auf Platz 189. In der Forbes-Liste 2011 landete Jobs mit einem Vermögen von 8,3 Milliarden Dollar auf Platz 110.

Die umstrittenen Aktienoptionen von Apple aus dem Jahr 2001 haben aber nur in einem sehr kleinen Umfang zum Wohlstand des Apple-CEO beigetragen.

Steve Jobs: Eigentümer von Pixar
Steve Jobs: Eigentümer von Pixar

Zum Milliardär wurde Steve Jobs vor allem deshalb, weil er nach seinem Rauswurf bei Apple 1985 seine Aktien – bis auf eine – verkaufte und am 3. Februar 1986 fünf Millionen Dollar in die Trickfilm-Abteilung von George Lucas investierte, aus der dann Pixar wurde.

Jobs steckte die kommenden Jahre weitere Millionen in Pixar, denn der Trickfilm-Spezialist hatte eine lange Durststrecke zu überwinden. Die Hartnäckigkeit von Jobs hat sich für ihn gelohnt: Mit dem Börsengang von Pixar 1995 wurde Jobs zum Milliardär. Und als Pixar im vergangenen Jahr von Disney übernommen wurde, erhielt Jobs für seinen 49-Prozent-Anteil an Pixar einen Anteil von 6,7 Prozent an Disney.


Die Rückkehr von Steve Jobs zu Apple Computer (MacWorld Expo 1997 in Boston)

Bei Apple erhielt Jobs zuletzt ein Jahresgehalt von einem Dollar pro Jahr, das zwischendurch durch edle Geschenke wie einen Gulfstream-Jet im Wert von 90 Millionen Dollar aufgestockt wurde. Am 5. Oktober 2011 starb der Apple-Mitbegründer. Sein milliardenschwerer Disney-Anteil wurde von seiner Witwe in eine Stiftung eingebracht worden. Aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass der Steven P. Jobs Trust inzwischen 7,7 Prozent an dem Unterhaltungsriesen hält. Steve Jobs hatte beim Verkauf seines Animationsstudios Pixar an Disney Aktien im Wert von 7,4 Milliarden Dollar bekommen. Das machte ihn zum größten Anteilseigner des weltgrößten Unterhaltungskonzerns und sicherte ihm einen Platz im Disney-Verwaltungsrat. Disney war seitdem der wichtigste Verbündete von Apple in der Medienbranche.

Steve Wozniak hatte im Umgang mit dem Geld weniger Glück als Steve Jobs. Um sich ein Haus und ein Auto im Wert von zwei Millionen Dollar zu finanzieren, gab Woz noch vor dem Börsengang viele Gründeraktien aus der Hand, die mit dem IPO einen viel höheren Wert hatten. Von dem „WozPlan“ profitierten 80 Apple-Mitarbeiter der ersten Stunde, die beim Optionsprogramm der Firma zunächst leer ausgegangen waren.

iWoz Cover
iWoz Cover

Als Wozniak seine Arbeit bei Apple im April 1981 aufgab, gehörte ihm noch vier Prozent der Apple-Aktien, die damals 70 Millionen Dollar wert waren. Eine Reihe von Fehlinvestments, zwei Scheidungen ließen Wozniaks Vermögen schnell schrumpfen. Er dürfte aber immer noch ein Millionär sein. Woz bezieht nach eigenen Angaben noch bis heute einen kleinen Paycheck von Apple, der er immer noch als „Employee“ geführt werde.

Wheel of Zeus, das jüngste Unternehmen von Wozniak, mit dem er ein GPS-Ortungssystem für Hunde entwickeln und vermarkten wollte, scheint auch nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Die ehemalige Firmen-Webadresse www.woz.com leitet inzwischen auf Wozniaks private Homepage www.woz.org um. (Stand Juni 2008).

Mehr Glück hat Woz mit seinem Buch iWoz, das sich wohl halbwegs gut verkaufte und ihm verschiedene öffentliche Auftritte verschaffte. Woz ist regelmäßig Gast bei den Keynotes von Steve Jobs bei der MacWorld Expo.


Authors@Google: Steve Wozniak

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